Was sind binäre Optionen?

Binäre Optionen wurden im Jahr 2008 erstmals von amerikanischen Emittenten angeboten, sie basieren auf dem Grundprinzip aller Optionsscheine. Diese vollziehen den Kurs eines Basiswertes – des Underlyings – in gehebelter Form mit, was zu wesentlich höheren Gewinnen oder Verlusten bei viel geringerem Kapitaleinsatz führt. Während jedoch klassische Optionen beziehungsweise andere Derivate (Knock-outs, CFDs) sich stufenlos mit dem Underlying mitbewegen, gibt es bei binären Optionen nur zwei Möglichkeiten: Ein vorab definiertes Ereignis (Steigen oder Fallen des Kurses, Ende in einer Range, Berühren einer Preisgrenze) tritt zum Ende der Optionenlaufzeit ein oder nicht. Dementsprechend erhält der Anleger mit Ablauf einen festen Gewinn oder verliert seinen Einsatz, in einigen Fällen zahlen Broker zwischen 10 bis 15 Prozent des Einsatzes zurück.

Warum binäre Optionen?

Binäre Optionen lassen ihrem Namen entsprechend nur zwei Szenarien zu, den Gewinn oder den Verlust. Das unterscheidet sich prinzipiell von allen übrigen im Handelsgeschehen bekannten Szenarien, bei denen Gewinne oder Verluste stets fließend ausfallen. Der wichtigste Vorteil binärer Optionen erschließt sich damit sehr schnell: Sie sind einfach zu handeln. Ein Stopplossmanagement wie sonst im Börsengeschehen üblich muss der Anleger nicht vornehmen. Entwickelt wurden binäre Optionen im Zuge der technischen Entwicklung der 2000er Jahre, als sich immer mehr das Trading von mobilen Endgeräten aus entwickelte. Schon im Jahr 2006 konnte ein Anleger grundsätzlich mit einem Handy ins Internet gehen und theoretisch auch auf seiner Brokerplattform handeln. Das war aber sehr unkomfortabel, denn mit der kleinen Tastatur und dem Display eines (damals üblichen) Handys war ein vernünftiges Stopplossmanagement kaum möglich. Bei Binären Optionen beschränkt sich der mobile Handel grundsätzlich auf das Buchen der Option. Danach kann der Anleger deren Auslaufen abwarten, der Gewinn wird automatisch seinem Tradingkonto gutgeschrieben. Ein reiner Buchungsvorgang ist auch vom Smartphone aus möglich, zumal die Broker bei binären Optionen auf eine übersichtliche Darstellung achten, die auch auf einem Smartphone-Display sehr gut zu erkennen ist. Eine zweite wichtige Eigenschaft binärer Optionen ist ihr gebührenfreier Handel mit äußerst geringem Kapitaleinsatz. Bei vielen Brokern beträgt dieser mindestens 25 Euro, in einigen Fällen – wie beispielsweise der Banc de Swiss – sogar nur 5 Euro. Das sind Beträge, die sehr schnell riskiert werden können.

Funktionsweise binärer Optionen

Wenn das vom Trader erwartete Ereignis eintritt, erhält er vom Broker einen Gewinn zwischen etwa 70 bis 90 Prozent, im Verlustfall gibt es eine Rückzahlung zwischen 0 bis 15 Prozent. Bei einigen sehr spekulativen Optionen (High Yields) schütten die Broker Gewinne im Bereich von mehreren Hundert Prozent aus. Die binären Optionen werden von nahezu allen Brokern, bei denen sie gehandelt werden können, auf vier Assetklassen angeboten:

  • Forex (Devisenpaarungen)
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Einzelaktien

Die Auswahl unterscheidet sich von Broker zu Broker. Manche Anbieter haben bis zu 100 und mehr Basiswerte im Programm, bei anderen sind es etwa 30 bis 40 Underlyings. Auch die Art der Optionen wird nicht überall in voller Vielfalt angeboten, bei vielen Brokern gibt es nur Call- oder Put-Optionen. Insgesamt stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Call/Put: Der Trader entscheidet, ob mit Ende der Laufzeit der Kurs des Underlyings höher oder niedriger als am Ausgangspunkt liegt.
  • Touch/ No Touch/ Double Touch: Der Trader entscheidet über das Berühren, Nicht-Berühren oder doppelte Berühren einer vom Broker vorgegebenen Preisgrenze.
  • Range/Boundary: Der Trader spekuliert darauf, dass der Kurs zum Ende der Laufzeit in einer (vom Broker vorgegebenen) Range (Grenze) endet.

Die Laufzeiten variieren vom 60-Sekunden-Handel bis zu Tagen, Wochen und sogar Monaten. Einige Broker bieten Spezifikationen an, zum Beispiel das Verlängern der Optionen-Laufzeit (Rollover) oder das vorzeitige Schließen der Option (Early Closure). Auch das eigene Kreieren von Optionen über einen Option-Builder ist bei manchen Brokern möglich. Der Trader kann damit Gewinne vorzeitig mitnehmen oder auf ihr späteres Eintreffen hoffen. Er minimiert somit sein Risiko, gibt aber im Gegenzug einen Teil der Gewinnausschüttung ab.

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2 Antworten auf Was sind binäre Optionen?

  1. Markus Kohler sagt:

    Vielen Dank für die Einführung in die Welt der binären Optionen. Der Artikel ist sehr gründlich und klärt sogar über einige Strategien auf, so dass es wirklich nichts mehr hinzuzufügen gibt.

  2. Alfred Kiel sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Binäre Optionen eigenen sich sehr gut als Tradinginstrumente. Jedoch muss man hier festhalten, dass sie aufgrund der Kurzfristigkeit ihrer Behaltedauer zu den Daytradinginstrumenten einzuordnen sind. Je nach Ausprägung besitzen sie das gleiche / höheres Risiko jedoch auch die gleiche / höhere Gewinnchancen als herkömmliche Hebelprodukte. Wenn man ein erfolgreicher Daytrader ist wird man gerne auf Binäre Optionen zurück greifen. Jedoch sind die meisten Investoren, welche an der Börse handeln nicht erfolgreich. Vielmehr schaffen sie es nicht langfristige Strategien zu verfolgen, sodass sie beim Daytrading mittels Binären Optionen noch weniger Erfolgschancen besitzen!

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